SIRIUS 3 Theme individualisieren
Mit SIRIUS 3 wird die Theme Toolbox 4.2 installiert. Sie bringt zwei Werkzeuge mit, um das Theme an dein Projekt anzupassen:
- den Live-Editor im Frontend – für Farben, Schriften und Abstände, direkt auf der echten Seite
- den Theme Editor im Backend – für alles darüber hinaus: SCSS- und JavaScript-Varianten, Icons, Bilder und Webfonts
Wo liegen die Theme-Dateien?
Mit SIRIUS 3 hat sich die Verzeichnisstruktur geändert:
| Ordner | Inhalt |
|---|---|
layout/sirius-theme/ |
Originaldateien des Themes – nicht direkt bearbeiten, werden bei Updates überschrieben |
layout/custom/ |
Eigene Varianten und projektspezifische Anpassungen – bleiben bei Updates erhalten |
Anpassungen werden also nicht in layout/sirius-theme/ vorgenommen, sondern als Variante unter layout/custom/ abgelegt. Sowohl der Live-Editor als auch der Theme Editor übernehmen das Anlegen der Varianten automatisch.
Der Live-Editor
Der Live-Editor bearbeitet die Design-Token des Themes – Farben, Typografie, Abstände und Form – als Overlay direkt auf der echten Seite, mit sofortiger Vorschau.
Einschalten
Der Live-Editor ist ein Werkzeug für die Design-Phase und standardmäßig ausgeschaltet. Du aktivierst ihn in der Contao-Systemwartung über den Schalter „Frontend-Editor anzeigen". Ist die Gestaltung abgeschlossen, schaltest du ihn dort wieder aus.
Solange er aktiviert ist, erscheint für eingeloggte Backend-Benutzer:innen auf jeder Frontend-Seite unten mittig die Dock-Pille „Theme bearbeiten". Für Besucher:innen ohne Login bleibt das Frontend unberührt.
Vorlagen: die SIRIUS-Farbwelten
Am schnellsten kommst du über den Tab Vorlagen zu einem Ergebnis. SIRIUS 3 bringt drei fertige Farbwelten mit:
| Vorlage | Beschreibung | Eckenradius |
|---|---|---|
| Waldgrün | Sattes Naturgrün, ruhiger als das helle Limettengrün | 4px |
| Terrakotta | Warme Erdtöne für Stein, Terrasse und Wegebau | 6px |
| Schiefer | Anthrazit mit Moosgrün, für moderne Gartenarchitektur | 0 |
Ein Klick setzt Marken- und Sekundärfarbe, die beiden Artikelhintergründe sowie den Eckenradius. Anschließend kannst du in der Maske weiter nachjustieren.
Was sich einstellen lässt
Die Maske wird aus einer Token-Registry erzeugt. SIRIUS liefert dazu eine eigene tokens.json mit, die die Basis-Registry der Theme Toolbox ergänzt. Editierbar sind:
- Markenfarbe (
--color-brand) – das SIRIUS-Grün - Sekundärfarbe (
--color-brand-secondary) – das Türkis, das Überschriften, Footer, Navigation und Akkordeon trägt - Getönter Artikelhintergrund (
--article-tint-background) - Dunkler Artikelhintergrund (
--article-dark-background) - Basis-Schrift und Überschriften-Schrift
- Basis-Abstand (
--base-spacing-unit, von 1 bis 2 in Schritten von 0,125) - Eckenradius (
--base-border-radius)
Alles Abgeleitete ist bewusst nicht editierbar:
--color-brand-darkund--color-brand-secondary-darkentstehen percolor-mix()aus ihrer jeweiligen Grundfarbe – änderst du die Markenfarbe, zieht die dunkle Variante automatisch nach--color-highlight,--links-color-hoverund--button-background-hovererben ohnehin von Marken- bzw. Sekundärfarbe--base-overlay-background-brandleitet sich ebenfalls percolor-mix()aus der Markenfarbe ab
So bleibt das Farbsystem in sich stimmig: Zwei Grundfarben genügen, der Rest folgt.
Speichern
Während des Gestaltens werden die Werte nur zur Laufzeit als CSS Custom Properties ins :root geschrieben – es ist also noch nichts gespeichert. Erst „Übernehmen" schreibt server-seitig.
Dabei ersetzt der Editor die geänderten Variablen direkt an Ort und Stelle in deiner Custom-_variables.scss – genau so, wie du es von Hand tun würdest. Nur tatsächlich geänderte Werte werden geschrieben, unberührte Token behalten ihren Ausdruck. Danach wird das Theme neu kompiliert.
Das hat einen angenehmen Nebeneffekt: Deine Gestaltung ist Teil der Theme-Quelle – sichtbar, reviewbar und deploybar. Rückgängig machen lässt sie sich im Backend über Theme-Toolbox » Theme Editor » Styles (Diff und „Original wiederherstellen").
Eingehende Werte werden gegen die Registry geprüft – unbekannte Properties werden verworfen, Werte auf ihren erlaubten Bereich geklemmt und auf ausreichenden Kontrast abgesichert.
Schriften im Live-Editor
Der Font-Picker nutzt dieselbe Google-Fonts-Funktion wie der Theme Editor: Die Schrift wird einmalig server-seitig heruntergeladen, self-hosted abgelegt und per @font-face registriert. Der Browser deiner Besucher:innen lädt ausschließlich die lokale Datei – es entsteht kein Google-Request im Frontend und damit kein DSGVO-Problem.
Theme-Anpassungen über den Theme Editor
Alles, was über Design-Token hinausgeht, machst du im Backend unter Theme-Toolbox » Theme Editor.

In der Dateibaum-Ansicht erkennst du sofort, welche Dateien projektspezifisch angepasst sind:
- Fett gedruckt mit Sternchen (*) = Variante – die Datei weicht vom Original ab und wird aus
layout/custom/geladen - Normale Schrift = unveränderte Originaldatei aus
layout/sirius-theme/
Wenn du eine Datei öffnest, kannst du:
- den Inhalt direkt im Editor bearbeiten
- über Unterschiede anzeigen den Diff zwischen Original und Variante einsehen
- über Original wiederherstellen die Variante entfernen, sodass wieder die Originaldatei verwendet wird
Hinweis: Änderungen sind unmittelbar im Frontend sichtbar. Du musst weder den Cache leeren, noch unter Systemwartung die Option „Skript Cache umgehen (im Produktivbetrieb)" aktivieren. Der Compiler der Theme Toolbox erkennt Änderungen an den SCSS-Dateien automatisch.
Alternative: Direkt im Code-Editor
Wenn dir der Theme Editor nicht zusagt, kannst du sämtliche Anpassungen auch direkt auf Dateiebene unter layout/custom/ mit dem Code-Editor deiner Wahl vornehmen. Auch dann sind die Änderungen unmittelbar im Frontend sichtbar.
Erste Anpassungen vornehmen
1. Hauptfarben anpassen
Was du im Live-Editor klickst, kannst du genauso gut direkt in der _variables.scss schreiben. Im Abschnitt GENERAL/COLORS findest du die Farbzuweisungen. In SIRIUS sind sie wie folgt definiert:
// GENERAL/COLORS
--color-gray-light: #c6c6c6;
--color-brand: #a7d60f;
--color-brand-dark: color-mix(in srgb, var(--color-brand), black 22%);
--color-brand-secondary: #228080;
--color-brand-secondary-dark: color-mix(
in srgb,
var(--color-brand-secondary),
black 30%
);
--color-highlight: var(--color-brand);
--color-text: #555;
--color-text-inverted: #fff;
--color-page-background: #fff;
SIRIUS arbeitet mit zwei Grundfarben: --color-brand trägt das Grün, --color-brand-secondary das Türkis. Um die Markenfarbe zu ändern, ersetzt du
--color-brand: #a7d60f;
durch eine eigene Variable:
--color-brand: var(--color-blue);
oder einen Farbwert:
--color-brand: #2283ce;
Die Sekundärfarbe --color-brand-secondary wird an prominenter Stelle verwendet – unter anderem für die Überschriften (--headings-color: var(--color-brand-secondary)), den Footer, die Navigation und das Akkordeon. Wenn du nur --color-brand änderst, bleiben die Überschriften türkis.
Wichtig: Prüfe deine Farben immer auch im Dark Mode, ob der Kontrast noch ausreicht. Ist im Betriebssystem das dunkle Farbschema aktiv, wechseln Seitenhintergrund und Textfarbe – eine Farbe, die auf Weiß gut lesbar ist, kann auf dunklem Grund deutlich abfallen. Das betrifft besonders die Sekundärfarbe, weil sie die Überschriften trägt.
2. Artikelhintergründe anpassen
Möchtest du einen Artikelhintergrund unabhängig von den Grundfarben ändern, findest du weiter unten in der _variables.scss den Abschnitt BASE/ARTICLE:
// BASE/ARTICLE
--article-highlight-background: var(--color-highlight);
--article-highlight-text: var(--color-text-inverted);
--article-tint-background: #c6c6c6;
--article-dark-background: #554236;
--article-dark-text: var(--color-text-inverted);
Diese Variablen werden in base/_article.scss verwendet und geben dir die Möglichkeit, Artikel farbig zu hinterlegen. Standardmäßig hat zum Beispiel der Bereich Kontakt in der Demo einen grünen Hintergrund. Das kommt zustande, weil der Artikel die Klasse article--highlight trägt und in der Klasse der Wert der Variable --article-highlight-background verwendet wird.
Die drei Hintergründe verhalten sich unterschiedlich:
-
--article-highlight-backgroundfolgt der Markenfarbe (über--color-highlight). Wer den Highlight-Bereich unabhängig davon einfärben will, überschreibt die Variable direkt:--article-highlight-background: #f94300; -
--article-tint-backgroundund--article-dark-backgroundtragen ihre eigenen Farbwerte. Sie verweisen nicht mehr auf Grauwerte, sondern lassen sich direkt setzen – und sind genau deshalb auch im Live-Editor editierbar.
Solltest du mit der Anpassung der Variablen nicht ans Ziel kommen, hast du immer noch die Möglichkeit, in der _article.scss direkt Anpassungen vorzunehmen.
3. Dark Mode berücksichtigen
SIRIUS bringt seit Version 2.1.0 einen Dark Mode mit: Ist im Betriebssystem das dunkle Farbschema gewählt, wird z.B. statt des weißen ein dunkler Hintergrund verwendet.
Die Variablen dafür stehen am Ende der _variables.scss in einem eigenen Block:
// DARK MODE
@media (prefers-color-scheme: dark) {
:root {
--color-page-background: #111;
--color-text: #fff;
--base-border-color: rgba(255, 255, 255, 0.2);
--article-highlight-text: var(--color-text);
// …
}
}
Je nach Theme-Anpassung kann es notwendig sein, weitere Variablen für den Dark Mode zu ergänzen bzw. bestehende zu überschreiben – etwa wenn deine Markenfarbe auf dunklem Grund zu wenig Kontrast bringt.
4. Schriften anpassen
In der SIRIUS-Demo verwenden wir standardmäßig die Roboto für Fließtexte und die Roboto Slab für Überschriften. Beide werden lokal vom eigenen Server geladen.
Neben dem Font-Picker im Live-Editor bietet auch der Theme Editor einen eigenen Bereich für Webfonts mit zwei Wegen:
Variante A: Aus dem Google-Webfont-Katalog installieren

Im Theme Editor lässt sich der Google-Webfont-Katalog direkt durchsuchen. Mit zwei Klicks wird die gewünschte Schrift installiert – die Theme Toolbox lädt die Font-Dateien automatisch nach layout/custom/fonts und ergänzt die passende @font-face-Deklaration in base/_fonts.scss. Es wird keine Verbindung zu Google-Servern aufgebaut (DSGVO-konform).
Variante B: Eigene Webfonts manuell hochladen
Alternativ lassen sich Schriftdateien (woff2, ttf, woff) manuell hochladen – z.B. lizenzierte Schriften aus deinem Bestand.
Schriftart in den Variablen aktivieren
In beiden Fällen muss die Schrift anschließend noch in der _variables.scss eingetragen werden, damit sie auch verwendet wird:
--base-font-family-serif: 'Roboto Slab', georgia, 'Times New Roman', serif;
--base-font-family-sans-serif: 'Roboto', arial, helvetica, sans-serif;
--base-font-family: var(--base-font-family-sans-serif);
Die Überschriften greifen im Abschnitt BASE/TYPE auf die Serifen-Schrift zurück:
// BASE/TYPE
--headings-font-family: var(--base-font-family-serif);
Ersetze einfach die Schriftnamen durch die deiner installierten Schriftarten. Nicht mehr benötigte Schriften lassen sich im Theme Editor über den Button „Ungenutzte @font-face bereinigen" entfernen.
5. Icons und Bilder ersetzen
Im Theme Editor gibt es einen eigenen Tab Bilder, in dem sämtliche Bilder und Icons aus layout/sirius-theme/img verwaltet werden. Erlaubt sind JPG, JPEG, PNG, GIF, SVG, WebP und AVIF bis 5 MB.

- Ersetzen – z.B. um das mitgelieferte
logo.svgdurch dein Kundenlogo auszutauschen. Die neue Datei wird unterlayout/custom/imgabgelegt, das Original bleibt unberührt; in der Vorschau werden beide nebeneinander dargestellt. - Hinzufügen – neue Bilder und Unterordner lassen sich direkt im Custom-Bereich anlegen.
- Umbenennen & Löschen – beim Löschen einer Überschreibung wird automatisch wieder das Original verwendet.
6. Eigene JavaScript-Varianten
Wie bei den SCSS-Dateien lassen sich auch JavaScript-Dateien als Variante anlegen. SIRIUS liefert animations.js und navigation.js mit; die Theme Toolbox verwendet dann automatisch deine Variante aus layout/custom/js statt der Originaldatei.

Auch hier stehen Diff-Ansicht und Revert-Funktion zur Verfügung. Zusätzlich kannst du eigene Skripte anlegen und im Seitenlayout einbinden.
Templates anpassen mit dem Template Studio
SIRIUS 3 liefert seine Templates als Twig aus dem Theme-Bundle aus. Anpassungen erfolgen nicht mehr über templates/*.html5, sondern über das Template Studio im Contao-Backend (verfügbar ab Contao 5.7).
So gehst du vor:
- Öffne im Backend Layout » Template Studio.
- Suche das Template, das du anpassen möchtest.
- Lege eine projektspezifische Kopie an und passe sie im Template Studio an.
Hinweis zur Übergangszeit: Wenn du aus einem SIRIUS-2-Projekt kommst und noch eigene
.html5-Templates imtemplates/-Ordner hast, funktionieren diese zunächst weiter – Contao 5.7 zieht ein vorhandenes.html5-Template einem gleichnamigen Twig-Template vor. Möchtest du ein neues Twig-Template testen, das den gleichen Namen wie ein altes.html5-Template hat, musst du die alte Datei vorher umbenennen (z.B. injs_nav--mobile.html5.bak). Sonst greift das Twig-Pendant nicht.
Eine Einführung in Twig-Templates für Contao findest du in der offiziellen Contao-Dokumentation.
Hilfsklassen verwenden
Tipp: SIRIUS enthält standardmäßig eine eigene Dokumentation (sofern die Demo installiert wurde). Sie ist über den seitlichen Link Dokumentation zu erreichen, wo auch die Hilfsklassen gezeigt werden.
Klassen für Abstände
Standardmäßig haben alle im Theme gestalteten Elemente und Module einen Abstand, der auf der --base-spacing-unit basiert. Auch Artikel (.mod_article) haben standardmäßig einen Abstand nach oben und unten.
Je nach Inhalt und Layout möchtest du Abstände vergrößern oder verkleinern. In SIRIUS 3 sind die Hilfsklassen bereits über die Theme Toolbox definiert, d.h. du kannst sie direkt in den Inhaltselementen auswählen.
Abstände lassen sich über folgende Klassen realisieren:
m-t-0bism-t-5(Außenabstand oben 0 bis 5)m-b-0bism-b-5(Außenabstand unten 0 bis 5)p-t-0bisp-t-5(Innenabstand oben 0 bis 5)p-b-0bisp-b-5(Innenabstand unten 0 bis 5)
Die Abstände basieren auf der --base-spacing-unit und werden mit dem jeweiligen Wert multipliziert. Also ist p-t-1 = (--base-spacing-unit * 1) und p-t-5 = (--base-spacing-unit * 5).
Diese Klassen kannst du sowohl für Artikel als auch für Elemente und Module verwenden. Wir empfehlen, Innenabstände vor allem für Artikel und Außenabstände vor allem für Elemente zu verwenden.
Klassen für Artikel
In den Artikeleinstellungen kannst du weitere Klassen hinzufügen und so das Aussehen des Artikels anpassen. Mit folgenden Klassen, die in base/_article.scss definiert und ebenfalls in der Theme Toolbox hinterlegt sind, beeinflusst du Hintergrund, Textfarbe und Breite:
- Artikel Highlightfarbe:
.article--highlight - Artikel hell:
.article--tint - Artikel dunkel:
.article--dark - Artikel volle Breite:
.article--full
Mit .article--full bzw. der Klasse .hero entfernst du die standardmäßig vorhandenen Abstände links und rechts, sodass der Inhalt über die komplette Breite geht. Die Klasse .hero entfernt darüber hinaus noch das Padding oben und unten.